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21.08.26

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Getreidefreies Hundefutter – sinnvoll oder nicht

Getreidefreies Hundefutter liegt im Trend und wird häufig mit einer besonders natürlichen oder bekömmlichen Ernährung verbunden. Doch braucht ein gesunder Hund tatsächlich Futter ohne Weizen, Reis oder Mais? Wir erklären, wann eine getreidefreie Ernährung sinnvoll sein kann, welche Missverständnisse es gibt und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Getreidefreies Hundefutter: Was bedeutet das eigentlich?

Getreidefreies Hundefutter enthält keine klassischen Getreidearten wie Weizen, Mais, Reis, Gerste, Hafer, Roggen, Dinkel oder Hirse. Stattdessen kommen häufig andere Kohlenhydrat- und Stärkequellen zum Einsatz, zum Beispiel:

● Kartoffeln oder Süßkartoffeln

● Erbsen

● Linsen

● Kichererbsen

● Bohnen

● Tapioka

● Pastinaken

Getreidefrei bedeutet daher nicht automatisch kohlenhydratfrei. Gerade bei Trockenfutter wird eine stärkehaltige Zutat benötigt, damit die Kroketten hergestellt werden können und ihre Form behalten.

Auch Begriffe wie „getreidefrei“, „glutenfrei“ und „kohlenhydratarm“ sollten nicht gleichgesetzt werden. Ein Futter kann beispielsweise Reis enthalten und trotzdem glutenfrei sein. Umgekehrt kann ein getreidefreies Futter durch Kartoffeln oder Hülsenfrüchte einen vergleichbaren oder sogar höheren Kohlenhydratanteil aufweisen.

Ist getreidefreies Hundefutter grundsätzlich besser?

Nein. Getreidefreies Hundefutter ist nicht automatisch besser oder hochwertiger als Hundefutter mit Getreide. Entscheidend ist vielmehr, ob die gesamte Rezeptur zum Hund passt und ihn bedarfsgerecht mit Energie und Nährstoffen versorgt.

Hunde sind keine Wölfe. Im Laufe ihrer Domestikation haben sie sich unter anderem an stärkehaltige Nahrung angepasst. Genetische Untersuchungen zeigen, dass moderne Hunde Stärke deutlich besser verwerten können als Wölfe. Getreide ist deshalb für einen gesunden Hund nicht grundsätzlich ungeeignet.

Gut aufgeschlossene Getreidearten können beispielsweise Energie liefern und je nach Zutat auch Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe beisteuern. Ob ein Futter hochwertig ist, lässt sich daher nicht allein daran erkennen, ob Getreide enthalten ist.

Wichtiger sind unter anderem:

● die Eignung als Alleinfuttermittel

● eine bedarfsgerechte Nährstoffzusammensetzung

● gut verträgliche Protein- und Energiequellen

● eine transparente Deklaration

● die passende Energiezufuhr

● die individuellen Bedürfnisse des Hundes

Bei einem Alleinfuttermittel sollte die Zusammensetzung darauf ausgelegt sein, einen gesunden Hund der angegebenen Lebensphase mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Die europäischen FEDIAF-Leitlinien dienen Herstellern dabei als wissenschaftlich geprüfte Orientierung für die Nährstoffversorgung von Hunden und Katzen.

Wann kann getreidefreies Hundefutter sinnvoll sein?

Eine getreidefreie Ernährung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Sie sollte jedoch nicht allein aufgrund eines Ernährungstrends gewählt werden.

Bei einer nachgewiesenen Unverträglichkeit oder Allergie

Verträgt ein Hund eine bestimmte Getreideart nicht, kann ein geeignetes getreidefreies Futter helfen, diese Zutat zu vermeiden. Dabei ist wichtig zu unterscheiden:

● Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf einen bestimmten Bestandteil.

● Bei einer Futtermittelunverträglichkeit können ähnliche Beschwerden auftreten, ohne dass eine allergische Immunreaktion vorliegt.

Typische mögliche Beschwerden sind beispielsweise Juckreiz, Hautprobleme, wiederkehrende Ohrenentzündungen, Durchfall, Blähungen oder Erbrechen. Diese Symptome können jedoch zahlreiche andere Ursachen haben und beweisen noch keine Getreideallergie.

Getreide kann ein Allergieauslöser sein, ist bei Hunden aber nicht automatisch der wahrscheinlichste. Zu den häufiger beschriebenen Auslösern gehören auch tierische Proteinquellen wie Rind, Milchprodukte und Huhn. Weizen wird ebenfalls genannt, andere Getreidearten wie Reis oder Mais deutlich seltener.

Während einer tierärztlich begleiteten Ausschlussdiät

Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie wird häufig eine Ausschlussdiät durchgeführt. Dabei erhält der Hund für einen festgelegten Zeitraum ausschließlich eine sorgfältig ausgewählte Nahrung.

Verwendet werden können beispielsweise:

● eine bislang nicht gefütterte Protein- und Kohlenhydratquelle

● ein tierärztliches Diätfuttermittel

● ein Futter mit stark aufgespaltenen, hydrolysierten Proteinen

Eine Ausschlussdiät ist nicht automatisch getreidefrei. Entscheidend ist, dass mögliche Auslöser konsequent ausgeschlossen werden. Die zuverlässigste Diagnose einer Futtermittelallergie erfolgt durch eine streng eingehaltene Ausschlussdiät mit anschließender kontrollierter Provokation.

Während dieser Zeit dürfen auch Leckerlis, Kauartikel, Tischreste und aromatisierte Ergänzungsprodukte nicht ungeprüft gefüttert werden. Schon kleine Mengen können das Ergebnis verfälschen.

Wenn der Hund ein getreidefreies Futter nachweislich besser verträgt

Manche Hunde kommen mit einer bestimmten getreidefreien Rezeptur gut zurecht. Möglicherweise liegt dies jedoch nicht allein am fehlenden Getreide. Auch andere Unterschiede können eine Rolle spielen, etwa:

● eine andere Proteinquelle

● ein niedrigerer Fettgehalt

● eine übersichtlichere Zutatenliste

● eine veränderte Ballaststoffzusammensetzung

● eine andere Verarbeitung

● der Verzicht auf eine einzelne unverträgliche Zutat

Der Begriff „getreidefrei“ sagt deshalb noch nicht, warum ein Futter besser vertragen wird.

Wann ist getreidefreies Hundefutter nicht notwendig?

Für die meisten gesunden Hunde besteht kein grundsätzlicher Anlass, auf sämtliche Getreidearten zu verzichten. Verträgt dein Hund sein bisheriges Futter, hat eine normale Verdauung, ein gesundes Fell und ein stabiles Körpergewicht, ist ein Wechsel allein wegen des Getreideanteils meist nicht erforderlich.

Getreidefreies Futter ist insbesondere nicht automatisch notwendig:

● weil Hunde vom Wolf abstammen

● weil Getreide angeblich nur ein billiger Füllstoff sei

● weil ein Produkt mit „natürlich“ oder „ursprünglich“ beworben wird

● weil andere Hundehalter getreidefrei füttern

● weil der Hund gelegentlich weichen Kot hat

● weil das Futter einen hohen Fleischanteil verspricht

Ein hoher Fleischanteil und der Verzicht auf Getreide können Kaufkriterien sein. Sie ersetzen jedoch keine Bewertung der gesamten Rezeptur.

Warum empfehlen manche Tierärzte kein getreidefreies Hundefutter?

Viele Suchanfragen beschäftigen sich mit der Frage, warum Tierärztinnen und Tierärzte getreidefreies Hundefutter teilweise kritisch beurteilen. Dabei geht es in der Regel nicht darum, dass jedes getreidefreie Futter ungeeignet wäre.

Die Skepsis hat vor allem drei Gründe.

1. Getreide wird häufig ohne medizinischen Grund ausgeschlossen

Viele gesunde Hunde vertragen gekochtes und gut aufgeschlossenes Getreide problemlos. Eine getreidefreie Ernährung bietet ihnen daher nicht zwangsläufig einen gesundheitlichen Vorteil.

2. Getreidefreie Rezepturen unterscheiden sich stark

Wird Getreide weggelassen, muss es durch andere Zutaten ersetzt werden. Häufig sind das Kartoffeln oder Hülsenfrüchte. Entscheidend ist daher nicht nur, was nicht enthalten ist, sondern vor allem, welche Zutaten stattdessen in welcher Menge verwendet werden.

3. Mögliche Zusammenhänge mit Herzerkrankungen werden untersucht

Die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA untersucht seit 2018 Berichte über eine mögliche Verbindung zwischen bestimmten Futtermitteln und einer Form der Herzmuskelerkrankung, der dilatativen Kardiomyopathie, kurz DCM.

Viele gemeldete Futterrezepturen waren getreidefrei und enthielten große Mengen an Erbsen, Linsen, anderen Hülsenfrüchten oder Kartoffeln. Die FDA betont allerdings, dass auch Fälle bei getreidehaltigen Futtermitteln gemeldet wurden und bislang kein einfacher ursächlicher Zusammenhang zwischen „getreidefrei“ und DCM bewiesen ist. Hülsenfrüchte gelten auch nicht grundsätzlich als gefährlich.

Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Getreidefreies Futter sollte nicht pauschal verurteilt werden. Eine Rezeptur, in der mehrere Hülsenfruchtbestandteile sehr weit vorne in der Zutatenliste stehen, sollte aber ebenso kritisch betrachtet werden wie jedes andere unausgewogene Futter.

Besteht bei deinem Hund eine Herzerkrankung oder gehört er zu einer besonders gefährdeten Rasse, solltest du die Ernährung mit der behandelnden Tierarztpraxis abstimmen.

Welche Nachteile kann getreidefreies Hundefutter haben?

Getreidefreie Ernährung ist nicht automatisch nachteilig. Je nach Produkt und Hund sind jedoch einige Punkte zu beachten.

Der Begriff kann eine höhere Qualität vortäuschen

„Getreidefrei“ ist zunächst nur eine Aussage darüber, welche Zutaten nicht verwendet wurden. Daraus lässt sich nicht ableiten, wie hoch die Qualität der Rohstoffe ist oder ob die Nährstoffversorgung ausgewogen ist.

Auch ein getreidefreies Produkt kann:

● einen hohen Stärkeanteil enthalten

● ungeeignete Mengen einzelner Zutaten verwenden

● sehr energiereich sein

● für den jeweiligen Hund schlecht verträglich sein

● lediglich als Ergänzungsfuttermittel geeignet sein

Getreide wird häufig durch Hülsenfrüchte ersetzt

Erbsen, Linsen und Kichererbsen können sinnvolle Bestandteile einer Rezeptur sein. Werden sie jedoch in mehrere Einzelbestandteile aufgeteilt, erscheinen sie möglicherweise jeweils weiter hinten in der Zutatenliste.

Bezeichnungen wie Erbsenprotein, Erbsenstärke und Erbsenfaser können zusammen einen beträchtlichen Anteil des Futters ergeben. Deshalb lohnt es sich, die gesamte Zusammensetzung zu betrachten.

Ein Futterwechsel kann die Verdauung belasten

Auch ein grundsätzlich geeignetes Futter kann vorübergehend zu weichem Kot, Blähungen oder Durchfall führen, wenn zu schnell gewechselt wird. Das neue Futter sollte daher schrittweise über mehrere Tage unter das bisherige gemischt werden.

Der Preis kann höher sein

Getreidefreie Futtermittel sind teilweise teurer als vergleichbare Rezepturen mit Reis, Mais oder Hafer. Ein höherer Preis ist jedoch kein verlässlicher Qualitätsnachweis.

Getreidefrei oder glutenfrei: Wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe werden häufig verwechselt.

Getreidefreies Hundefutter verzichtet auf alle als Getreide eingeordneten Zutaten.

Glutenfreies Hundefutter verzichtet dagegen auf glutenhaltiges Getreide beziehungsweise glutenhaltige Bestandteile.

Zu den glutenhaltigen Getreidearten gehören unter anderem:

● Weizen

● Dinkel

● Roggen

● Gerste

Reis und Mais sind von Natur aus glutenfrei, zählen aber trotzdem zu den Getreidearten. Ein Hundefutter mit Reis kann daher glutenfrei, aber nicht getreidefrei sein.

Für die meisten Hunde ist Gluten kein grundsätzliches Problem. Ein vollständiger Verzicht ist nur bei einer entsprechenden individuellen Empfindlichkeit erforderlich.

Ist getreidefreies Hundefutter hypoallergen?

Nein. Getreidefrei und hypoallergen bedeuten nicht dasselbe.

Ein getreidefreies Hundefutter kann weiterhin Zutaten enthalten, auf die ein Hund allergisch reagiert. Dazu gehören insbesondere häufig verwendete tierische Proteine.

Auch die Bezeichnung „Monoprotein“ bedeutet lediglich, dass eine bestimmte tierische Proteinquelle eingesetzt wird oder im Mittelpunkt steht. Ob das Futter für einen allergischen Hund geeignet ist, hängt davon ab, gegen welchen Bestandteil er tatsächlich reagiert und wie konsequent andere Proteinquellen ausgeschlossen wurden.

Bei einer diagnostizierten Futtermittelallergie sollte das Futter gemeinsam mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt ausgewählt werden.

Getreidefreies Hundefutter mit hohem Fleischanteil: Ist das besser?

Ein hoher Fleischanteil kann interessant sein, sagt für sich genommen aber noch wenig über die Qualität oder Eignung eines Futters aus.

Beim Vergleich solltest du genauer hinsehen:

● Bezieht sich die Prozentangabe auf frisches Fleisch oder getrocknete Zutaten?

● Welche tierischen Bestandteile werden verwendet?

● Ist die Proteinquelle klar benannt?

● Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel?

● Welche Zutaten ersetzen das Getreide?

● Wie hoch sind Fettgehalt und Energiedichte?

● Passt das Futter zum Alter und Aktivitätsniveau des Hundes?

Frisches Fleisch enthält viel Wasser. Nach der Verarbeitung fällt sein rechnerischer Anteil im fertigen Trockenfutter deutlich geringer aus. Prozentangaben verschiedener Produkte sind deshalb nicht immer direkt vergleichbar.

Worauf solltest du beim Kauf von getreidefreiem Hundefutter achten?

Kennzeichnung als Alleinfuttermittel

Soll das Produkt die tägliche Hauptnahrung deines Hundes bilden, sollte es als Alleinfuttermittel gekennzeichnet sein. Ergänzungsfuttermittel allein decken den Nährstoffbedarf normalerweise nicht vollständig.

Passende Lebensphase

Welpen, ausgewachsene Hunde und Senioren können unterschiedliche Anforderungen an Energie und Nährstoffe haben. Wähle daher ein Futter, das für die jeweilige Lebensphase vorgesehen ist.

Verständliche Zusammensetzung

Eine klare Deklaration erleichtert die Einschätzung. Besonders bei empfindlichen Hunden kann eine überschaubare Rezeptur hilfreich sein.

Verträgliche Proteinquelle

Bei Allergieverdacht ist nicht nur Getreide relevant. Achte ebenso auf Fleisch, Fisch, Ei, Milchbestandteile und weitere Proteinquellen.

Ersatz für das Getreide

Prüfe, welche Zutaten anstelle des Getreides verwendet werden. Kartoffeln, Süßkartoffeln und Hülsenfrüchte haben jeweils andere ernährungsphysiologische Eigenschaften.

Energie- und Fettgehalt

Ein sehr energiereiches Futter kann für aktive Hunde geeignet sein, bei weniger aktiven oder kastrierten Hunden jedoch eine Gewichtszunahme begünstigen. Passe die Futtermenge an den tatsächlichen Bedarf an.

Verträglichkeit beobachten

Ein geeignetes Hundefutter sollte unter anderem zu folgenden Merkmalen beitragen:

● stabiles Körpergewicht

● normale Kotbeschaffenheit

● gute Akzeptanz

● gepflegtes Fell

● unauffällige Haut

● altersgerechte Aktivität

Ein einzelnes Merkmal reicht allerdings nicht aus, um die Qualität eines Futters abschließend zu beurteilen.

Checkliste: Passt getreidefreies Hundefutter zu meinem Hund?

Besteht eine diagnostizierte Getreideallergie?
Getreidefreies Futter kann sinnvoll sein.
Wird eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät durchgeführt?
Nur das vereinbarte Diätfutter verwenden.
Verträgt der Hund Getreide problemlos?
Ein Verzicht ist meist nicht notwendig.
Enthält das Futter viele Erbsen- oder Linsenbestandteile?
Gesamtzusammensetzung genauer prüfen.
Ist das Produkt als Alleinfuttermittel gekennzeichnet?
Für eine dauerhafte Hauptfütterung wichtig.
Hat der Hund eine Herzerkrankung?
Futterwahl tierärztlich abstimmen.
Soll nur aufgrund eines Trends gewechselt werden?
Erst bisherigen Bedarf und Verträglichkeit prüfen.

So gelingt der Wechsel auf getreidefreies Hundefutter

Möchtest du das Futter wechseln, solltest du langsam vorgehen. Eine mögliche Umstellung über sieben Tage sieht so aus:

Tag 1–2: 75 % bisheriges Futter, 25 % neues Futter
Tag 3–4: 50 % bisheriges Futter, 50 % neues Futter
Tag 5–6: 25 % bisheriges Futter, 75 % neues Futter
Ab Tag 7: 0 % bisheriges Futter, 100 % neues Futter

Empfindliche Hunde können eine längere Übergangszeit benötigen. Treten starker Durchfall, wiederholtes Erbrechen, deutlicher Juckreiz oder andere anhaltende Beschwerden auf, sollte der Futterwechsel unterbrochen und tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Bei einer Ausschlussdiät gelten andere Regeln. Hier solltest du dich genau an den tierärztlich festgelegten Fütterungsplan halten.

Fazit: Ist getreidefreies Hundefutter sinnvoll oder nicht?

Getreidefreies Hundefutter kann sinnvoll sein, ist aber nicht grundsätzlich besser. Besonders bei einer nachgewiesenen Unverträglichkeit gegen eine bestimmte Getreideart oder im Rahmen einer abgestimmten Ausschlussdiät kann der Verzicht hilfreich sein.

Für gesunde Hunde, die Getreide gut vertragen, besteht dagegen meist kein ernährungsphysiologischer Grund, grundsätzlich darauf zu verzichten. Hunde können aufgeschlossene Stärke verwerten, und auch getreidehaltiges Futter kann ausgewogen und hochwertig zusammengesetzt sein.

Entscheidend ist nicht das werbewirksame Etikett, sondern das Gesamtpaket: Nährstoffversorgung, Zutaten, Energiegehalt, Verträglichkeit und die individuellen Bedürfnisse deines Hundes.

Häufige Fragen zu getreidefreiem Hundefutter

Ist getreidefreies Hundefutter besser?

Nicht grundsätzlich. Ein gesundes und ausgewogenes Futter kann sowohl mit als auch ohne Getreide hergestellt werden. Entscheidend sind die gesamte Rezeptur und die Verträglichkeit.

Warum mögen manche Tierärzte getreidefreies Hundefutter nicht?

Viele Tierärztinnen und Tierärzte lehnen getreidefreies Futter nicht pauschal ab. Sie weisen jedoch darauf hin, dass Getreide für gesunde Hunde meist kein Problem ist und dass manche getreidefreien Rezepturen große Mengen an Hülsenfrüchten enthalten. Außerdem wird ein möglicher Zusammenhang bestimmter Futterzusammensetzungen mit DCM weiterhin untersucht.

Warum empfehlen Tierärzte teilweise kein getreidefreies Hundefutter?

Ein Verzicht auf Getreide ist ohne diagnostizierte Unverträglichkeit häufig nicht notwendig. Zudem sagt die Kennzeichnung „getreidefrei“ wenig über die ausgewogene Zusammensetzung des Futters aus.

Welche Nachteile hat getreidefreies Hundefutter?

Mögliche Nachteile sind ein höherer Preis, eine nicht automatisch bessere Nährstoffqualität und ein hoher Anteil an Ersatzkohlenhydraten oder Hülsenfrüchten. Ob daraus tatsächlich ein Nachteil entsteht, hängt vom jeweiligen Produkt und Hund ab.

Ist getreidefreies Hundefutter für Allergiker geeignet?

Nur dann, wenn der Hund tatsächlich auf eine enthaltene Getreideart reagiert. Viele Futtermittelallergien richten sich gegen tierische Proteine. Ein getreidefreies Futter ist daher nicht automatisch hypoallergen.

Welches getreidefreie Hundefutter ist am besten?

Ein pauschal bestes Futter gibt es nicht. Geeignet ist ein Alleinfuttermittel, das zur Lebensphase, Aktivität, Gesundheit und Verträglichkeit des Hundes passt.

Ist getreidefreies Trockenfutter kohlenhydratfrei?

Nein. Getreide wird meist durch andere stärkehaltige Zutaten wie Kartoffeln, Erbsen, Linsen oder Tapioka ersetzt.

Ist getreidefreies Hundefutter auch glutenfrei?

In der Regel enthält getreidefreies Futter kein Gluten aus Getreide. Umgekehrt ist glutenfreies Futter aber nicht zwingend getreidefrei, da beispielsweise Reis und Mais glutenfrei sind.

Können Welpen getreidefreies Hundefutter bekommen?

Ja, sofern das Futter ausdrücklich als bedarfsgerechtes Alleinfuttermittel für Welpen beziehungsweise heranwachsende Hunde ausgewiesen ist. Der bloße Hinweis „getreidefrei“ reicht nicht aus.

Kann ich getreidefreies Hundefutter dauerhaft füttern?

Ein ausgewogenes, für den Hund geeignetes Alleinfuttermittel kann grundsätzlich dauerhaft gefüttert werden. Bei Erkrankungen oder einer sehr einseitigen Rezeptur sollte die Futterwahl tierärztlich geprüft werden.

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